Technisches Glossar für Ural, Dnepr, M72 & CJ750
In diesem Glossar erklären wir technische Begriffe, Baugruppen und typische Bezeichnungen rund um russische Motorradgespanne wie Ural, Dnepr, M72, K750 und Chang Jiang CJ750 (Seitenventiler und OHV), von den alten 6-Volt-Modellen bis zu den neuen Ural mit 650 und 750 cm³.
Zu jedem Begriff nennen wir den deutschen Namen, die russische Schreibweise, an welchen Modellen das Teil verbaut wurde und womit es leicht verwechselt wird. Die Erklärungen basieren auf langjähriger Werkstattpraxis und technischer Fachliteratur.
Glossarbegriffe nach Baugruppen
- Teilenummern und Schreibweisen (Kyrillisch – Lateinisch)
- Antrieb (Kardanwelle, Endantrieb, Beiwagenradantrieb)
- Austauschbarkeit: Ural und Dnepr (was passt zusammen)
- Beiwagen (Anbau und Einstellung)
- Blinker und Hupe
- Bremsen (Trommelbremse, Scheibenbremse)
- Einstellwerte und Wartung (Anzugsmomente, Füllmengen, Ventilspiel, Zündzeitpunkt – nach Modell)
- Elektrik (6 Volt und 12 Volt, Lichtmaschine, Regler, Batterie, Anlasser)
- Fahrwerk (Federung, Lenkungsdämpfer)
- Getriebe und Kupplung
- Kraftstoffanlage (Tank, Benzinhahn)
- Modelle und Typenbezeichnungen
- Motor
- Tacho (Tachometer und Tachowelle)
- Vergaser
- Zündung (Kontaktzündung, kontaktlose und digitale Zündung)
Weitere Begriffe folgen Schritt für Schritt.
Teilenummern und Schreibweisen (Kyrillisch – Lateinisch)
Teile für Ural, Dnepr, M72 und K750 tragen Teilenummern mit Buchstaben. Dieselbe Nummer steht kyrillisch auf russischen Teilen und in russischen Katalogen, in Exportkatalogen und Anleitungen dagegen in lateinischer Schreibweise. Aus dem Generator Г424 wird zum Beispiel G424. Wer beide Schreibweisen kennt, findet das richtige Teil schneller.
Begriffe in diesem Abschnitt: Endbuchstaben (Suffixe) · Gleich aussehende Buchstaben · Teilenummer-Präfixe
Endbuchstaben (Suffixe) einer Teilenummer
Auch die Buchstaben am Ende einer Teilenummer werden umgeschrieben: Д wird zu D, Б wird zu B. Aus ФП219Б wird so FP219B, aus ПД20Д wird PD20D. Der Endbuchstabe nennt meist die Ausführung des Teils und gehört deshalb zur Nummer dazu.
Nicht verwechseln: Mehrere kyrillische Buchstaben können in lateinischer Schreibweise zum selben Buchstaben werden. Bei den Vergasern K-301Б und K-301В kann deshalb beides als K-301B auftauchen. Im Zweifel hilft die kyrillische Schreibweise oder ein Blick auf das Modell. Wenn du unsicher bist, schreib uns die Nummer, wir ordnen sie dir zu.
Gleich aussehende Buchstaben (Kyrillisch und Lateinisch)
Einige kyrillische Buchstaben sehen aus wie lateinische, werden aber anders gesprochen und umgeschrieben. Ein kyrillisches В sieht aus wie ein lateinisches B, ist aber ein anderes Zeichen und wird zu V. Wer eine Nummer von Hand abtippt, vertauscht diese Buchstaben leicht, und die Suche findet dann nichts.
| Kyrillisch | Sieht aus wie | Wird umgeschrieben zu | Beispiel |
|---|---|---|---|
| В | B | V | ВК854 = VK854 |
| Р | P | R | РР330 = RR330 |
| С | C | S | РС427 = RS427 |
| Н | H | N | РН1 = RN1 |
| У | Y | U | УП223 = UP223 |
Die Buchstaben К und М bleiben dagegen K und M (К301Д = K301D, МД214 = MD214). Am sichersten ist es, eine Teilenummer nicht abzutippen, sondern zu kopieren oder in einer einheitlichen Schreibweise einzugeben.
Teilenummer-Präfixe (Kyrillisch – Lateinisch)
Der Präfix am Anfang einer Teilenummer zeigt, um welche Art Teil es geht. Die Tabelle nennt häufige Präfixe an Dnepr und Ural in kyrillischer und lateinischer Schreibweise.
| Kyrillisch | Lateinisch | Bauteil |
|---|---|---|
| Б204 | B204 | Zündspule |
| ВК854 | VK854 | Bremslichtschalter |
| Г424 | G424 | Lichtmaschine (Generator) |
| ГВ127 | GV127 | Tachowelle |
| К301Д | K301D | Vergaser K-301Д |
| П201 | P201 | Blinkerschalter |
| ПД20 | PD20 | Kontrollleuchte im Scheinwerfer (z. B. Öldruck, Blinker) |
| ПМ302 | PM302 | Unterbrecher mit automatischer Zündverstellung |
| ПФ232 | PF232 | Vorderlicht des Beiwagens |
| РР330 | RR330 | Relais-Regler der Lichtmaschine |
| РС427 | RS427 | Blinkerrelais |
| УП223 | UP223 | Blinkleuchte |
| ФГ137 | FG137 | Scheinwerfer |
| ФП219 | FP219 | Rücklicht des Beiwagens |
| ФП246 | FP246 | Rücklicht des Motorrads |
Der Buchstabe Г wird in lateinischen Quellen mal als G, mal als L oder T geschrieben. Wer eine Nummer nicht findet, sollte deshalb alle drei Schreibweisen probieren.
Die Lichtmaschine ist ein gutes Beispiel: In Exportkatalogen steht G424, in russischen Katalogen Г424. Gemeint ist dasselbe Teil.
Antrieb (Kardanwelle, Endantrieb, Beiwagenradantrieb)
Die Kraft geht vom Getriebe über eine Kardanwelle zum Endantrieb am Hinterrad. Bei manchen Modellen treibt der Endantrieb zusätzlich das Beiwagenrad an. Dieser Abschnitt erklärt die Bauteile und die drei Antriebsarten.
Begriffe in diesem Abschnitt: 1WD (Einradantrieb) · 2WD (Beiwagenradantrieb) · Endantrieb · Kardanwelle
1WD (Einradantrieb)
Bei 1WD treibt der Endantrieb nur das Hinterrad des Motorrads an. Im Gehäuse arbeitet ein Kegelradpaar mit Schrägverzahnung, das die Drehrichtung um 90 Grad umlenkt. Das Beiwagenrad läuft frei mit. Dadurch zieht das Gespann beim Gasgeben nach rechts und driftet beim Gaswegnehmen nach links.
Verbaut bei: Dnepr K-750M, K-650 und MT-9 sowie bei den Ural-Modellen ohne Beiwagenradantrieb.
Nicht verwechseln: 1WD heißt nicht, dass es keinen Beiwagen gibt. Gemeint ist nur, dass das Beiwagenrad nicht angetrieben wird. Für Sturz und Vorspur gelten bei 1WD andere Werte als bei 2WD (siehe Sturz und Vorspur).
2WD (Beiwagenradantrieb, Geländeantrieb)
Bei 2WD treibt der Endantrieb zusätzlich das Beiwagenrad an. Die Kraft verteilt sich im Verhältnis 19 zu 11, also etwa 63 Prozent auf das Hinterrad und 37 Prozent auf das Beiwagenrad. Es gibt drei Bauarten:
- zuschaltbarer 2WD ohne Differential: Beide Räder drehen gleich schnell, solange er eingeschaltet ist. Er ist für Gelände, Schotter, Schnee, Eis und rutschigen Untergrund gedacht.
- Dauer-2WD mit Differential: Er arbeitet immer. Es gibt Ausführungen mit und ohne Differentialsperre.
- Dauer-1WD mit zuschaltbarem 2WD ohne Differential.
Verbaut bei: Dauer-2WD mit Differential an Dnepr MB-750, MB-750M, MB-650, MB-650M, MT-12 und MT-16 sowie an der Ural Sportsman. Zuschaltbarer 2WD an den Ural-Modellen mit Beiwagenradantrieb.
Nicht verwechseln: Bei eingeschaltetem zuschaltbarem 2WD sind beide Räder ohne Differential fest verbunden. Links abbiegen geht dann leichter als rechts abbiegen. Wenn das Beiwagenrad bei eingeschaltetem 2WD in der Luft hängt, kann das die Verzahnung am Beiwagenrad beschädigen.
Endantrieb (Hinterachsantrieb, главная передача)
Der Endantrieb sitzt am Hinterrad. Er nimmt die Drehbewegung von der Kardanwelle auf, lenkt sie um 90 Grad um und treibt das Hinterrad an. Bei 2WD gibt er einen Teil der Kraft an das Beiwagenrad weiter. Im Gehäuse des Endantriebs sitzt auch die Hinterradbremse.
Nicht verwechseln: Das Gehäuse hat einen eigenen Öleinfüll- und Ablassstopfen.
Kardanwelle (карданный вал)
Die Kardanwelle überträgt die Kraft vom Getriebe zum Endantrieb. Am einen Ende sitzt eine elastische Kupplung mit zwei Gabeln und einer Gummischeibe (im Englischen „Donut“), am anderen Ende ein Kreuzgelenk mit Nadellagern. Die Gummischeibe dämpft Stöße und Schwingungen im Antrieb. Zwischen den Scheibenebenen und der Gummischeibe muss ein Spiel von insgesamt 3 bis 6 mm bei waagerechter Welle bleiben. Das Spiel stellt man über einen Sicherungsring in den Nuten der Welle ein.
Nicht verwechseln: Die Gummischeibe heißt auch elastische Kupplung. Sie ist nicht die Kupplung des Motors.
Austauschbarkeit: Ural und Dnepr
Ural und Dnepr sind bei aller Ähnlichkeit nicht vollständig austauschbar. Ganze Baugruppen lassen sich aber meist von einer Marke auf die andere setzen. Die Angaben beziehen sich auf die verbreiteten Modelle Dnepr-11 (KMZ-8.155) und Ural 8.103 (M-67-Reihe).
Begriffe in diesem Abschnitt: Motor und Vergaser · Getriebe · Endantrieb · Fahrwerk und Räder · Elektrik · Tank, Kotflügel, Sitz, Lenker · Übersicht: Was passt zusammen
Motor und Vergaser (Ural ↔ Dnepr)
Ohne Umbau austauschbar sind Vergaser, Kolbenringe, Buchsen im oberen Pleuelauge, Kolbenbolzen mit Sicherungsringen, Ventilfedern und Federteller sowie alle Teile der Kupplung außer dem Schwungrad. Die Kolben gelten bedingt als austauschbar: Wer Dnepr-Kolben in eine Ural setzt, muss den Kolbenschaft kürzen, zum Beispiel am unteren Ölabstreifring. Komplette Motoren sind ebenfalls austauschbar, aber nur zusammen mit den eigenen Auspuffrohren.
Nicht verwechseln: Das Schwungrad der Kupplung ist die Ausnahme: Es ist nicht austauschbar.
Getriebe (Ural ↔ Dnepr)
Austauschbar sind das Abtriebsrad, das Tachoantriebsrad und einige Lager. Auch komplette Getriebe lassen sich tauschen. Dann gibt es Besonderheiten bei der Kardanwelle, denn das Ural-Getriebe ist kürzer als das der Dnepr. Wer ein Dnepr-Getriebe in eine Ural setzt, nimmt entweder eine kürzere Kardanwelle (von M-61 oder M-62) oder die komplette Kardanwelle der Dnepr. Die Sitze an den Wellenenden sind identisch.
Nicht verwechseln: Die Länge der Kardanwelle hängt am Getriebe. Ural- und Dnepr-Kardanwelle sind nicht beliebig tauschbar.
Endantrieb (Ural ↔ Dnepr)
Die Endantriebe sind trotz verschiedener äußerer Form und kleiner Unterschiede bei der Betätigung der Bremsbacken austauschbar. Unterschiede bei Anzahl und Durchmesser der Befestigungsstehbolzen am Hinterradschwingenflansch lassen sich mit Bohrer und Gewindeschneider beheben. Die Teile im Inneren sind ebenfalls austauschbar, können aber je nach Alter kleine Unterschiede haben.
Nicht verwechseln: Wer einen Dnepr-Endantrieb in eine Ural setzt, braucht unter Umständen auch das Hinterrad der Dnepr, weil das Ural-Rad mit ungleichen Speichen mit der Bremstrommel an der Bremsnocke schleifen kann.
Fahrwerk und Räder (Ural ↔ Dnepr)
Die Teleskopgabeln sind identisch, ebenso die Feder-Dämpfer-Elemente am Hinterrad und am Beiwagenrad. Sie sind im Ganzen und im Einzelnen austauschbar. Beim Rad sind Felge und alle Teile der Nabe gleich: Lager, Distanzhülsen, Muttern und Dichtungen.
Nicht verwechseln: Ein Ural-Rad mit gestanzter Bremstrommel sollte nicht mit einem Dnepr-Bremsschild kombiniert werden. Die umgekehrte Kombination funktioniert.
Elektrik (Ural ↔ Dnepr)
Völlig gleich sind Lichtmaschine, Regler, Unterbrecher mit Zündverstellung, Zündspule, die gesamte Beleuchtung und die Schalter am Lenker.
Nicht verwechseln: Das gilt für die Modelle mit gleicher Spannung. Spannung und Typen siehe 6 Volt und 12 Volt.
Tank, Kotflügel, Sitz, Lenker und Beiwagenplane (Ural ↔ Dnepr)
Diese Teile sind verschieden geformt, haben aber dieselben Befestigungspunkte: Kraftstofftank, vorderer Kotflügel, Doppelsitz, Lenker mit Befestigung und die Beiwagenplane. Beim Doppelsitz muss man die Sitzverriegelung am Rahmen um 180° drehen.
Nicht verwechseln: Gleiche Befestigung heißt nicht gleiches Aussehen. Tank und Kotflügel sehen bei Ural und Dnepr verschieden aus (siehe Kraftstofftank).
Übersicht: Was passt zusammen
| Baugruppe | Austauschbar? | Hinweis |
|---|---|---|
| Vergaser, Kolbenringe, Kolbenbolzen, Ventilfedern | Ja | ohne Umbau |
| Kupplung | Ja, außer Schwungrad | Schwungrad nicht tauschbar |
| Kolben | Bedingt | Dnepr-Kolben in Ural: Schaft kürzen |
| Motor komplett | Ja | mit eigenen Auspuffrohren |
| Getriebe komplett | Ja | Ural-Getriebe kürzer, Kardanwelle beachten |
| Endantrieb | Ja | Bohrungen angleichen, ggf. Dnepr-Hinterrad |
| Teleskopgabel, Federbeine | Ja | auch Beiwagenrad |
| Rad | Teilweise | Felge und Nabeninnenteile gleich |
| Lichtmaschine, Regler, Unterbrecher, Zündspule, Licht, Lenkerschalter | Ja | gleiche Spannung vorausgesetzt |
| Tank, Kotflügel, Sitz, Lenker, Beiwagenplane | Gleiche Befestigung | andere Form, Sitzverriegelung drehen |
Beiwagen (Anbau und Einstellung)
Der Beiwagen ist bei Ural und Dnepr an vier Punkten mit dem Motorrad verbunden. Wie genau er steht, entscheidet über Fahrverhalten und Reifenverschleiß. Dieser Abschnitt erklärt den Anbau und die Werte für Sturz und Vorspur.
Begriffe in diesem Abschnitt: Beiwagenanschluss (Kugelklemmen und Zugstangen) · Beiwagenfederung · Sturz und Vorspur
Beiwagenanschluss (Kugelklemmen und Zugstangen)
Unten greifen zwei Kugelklemmen an Kugelzapfen am Motorradrahmen, vorn unter dem Motor und hinten an der Hinterradschwinge. Oben verbinden zwei in der Länge einstellbare Zugstangen den Beiwagenrahmen mit dem Motorrad. Die hintere Klemme lässt sich verstellen und bestimmt die Neigung (den Sturz) des Motorrads.
Verbaut bei: M-72, K-750, M-62 und Dnepr K-650.
Nicht verwechseln: Die Zugstangen oben sind in der Länge einstellbar, die vordere Kugelklemme unten ist starr.
Beiwagenfederung (Beiwagenradschwinge)
Das Beiwagenrad hängt an einer Schwinge. Die Schwinge ist in Gummibuchsen (Silentblöcken) im Beiwagenrahmen gelagert. Bei den neueren Gespannen sitzt dasselbe Federbein wie am Motorrad am Beiwagenrad. Das Beiwagenboot hängt vorn in zwei Schellen mit Gummiauflagen am Rahmenrohr und hinten an zwei Gummielementen. Ein Anschlagpuffer begrenzt den Federweg.
Nicht verwechseln: Die Gummibuchsen der Schwinge brauchen keine Wartung. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Gummielementen der Bootsaufhängung.
Sturz und Vorspur
Sturz ist die Neigung des Motorrads zur Senkrechten, Vorspur der Unterschied zwischen den Radebenen von Motorrad und Beiwagen. Beide Werte hängen vom Modell ab.
| Antriebsart | Modelle | Sturz | Vorspur |
|---|---|---|---|
| 1WD | Dnepr K-750M, K-650, MT-9 | 2° | 10 mm, gemessen auf der Länge des Radstands |
| Ohne Beiwagenradantrieb | Ural 650 (IMZ-8.103-10, laut Werksanleitung) | 2° ± 30′ | 10–12 mm |
| Dauer-2WD | Dnepr MB-750, MB-750M, MB-650 | 0° | 0 mm (Beiwagenrad parallel zu den Motorradrädern) |
Die Werte sind ab Werk eingestellt und werden im Betrieb geprüft: Auf gerader, ebener Strecke langsam fahren und dabei den Lenker loslassen. Das Motorrad darf dabei nicht zur Seite „rollen“. Den Sturz stellt man über die oberen Zugstangen ein, die Vorspur über den Kniehebel der hinteren Klemme.
Nicht verwechseln: Bei Modellen mit zwei angetriebenen Rädern gelten null Grad Sturz und null Vorspur, bei 1WD dagegen 2° und 10 mm.
Mehr dazu: Dnepr
Blinker und Hupe
Die frühen Modelle haben keine Blinker. Blinkrelais und Hupe unterscheiden sich je nach Modell und Spannung. Dieser Abschnitt erklärt das Blinkrelais mit den Typen und die Hupen mit der Zuordnung zu den Modellen.
Begriffe in diesem Abschnitt: Blinkrelais (РС-419, РС-427) · Hupe (С-37А, С-205Б, С-304) · Übersicht: Blinkrelais und Hupe nach Modell
Blinkrelais (Blinker, реле-прерыватель указателей поворотов)
Das Blinkrelais ist ein thermisches Relais mit einem Bimetallstreifen, der etwa einmal pro Sekunde öffnet und schließt. Der Blinkerstrom läuft von der Batterie durch das Relais und von dort über den Blinkerschalter am Lenker zur rechten oder linken Seite. Die Kontrollleuchte für die Blinker sitzt im Scheinwerfer. Die Typen heißen kyrillisch РС-419 und РС-427. Lateinisch steht dafür oft PC-419 und PC-427, in Exportkatalogen auch RS-419 und RS-427 (siehe gleich aussehende Buchstaben). 6-Volt-Modelle haben ein Relais mit Glühlampen A6-15 (6 V, 15 W), 12-Volt-Modelle A12-21-3 (12 V, 21 W).
Verbaut bei: PC-419 an den 6-Volt-Modellen mit Blinkern, PC-427 an den 12-Volt-Modellen der Dnepr und der M-67. Bei den späteren Ural (M-67.36, 650 und 750) das Relais 63P-18046.
Nicht verwechseln: Die Relais sind für 6 oder für 12 Volt ausgelegt. Bei der Ural 8.103 sitzt das runde Relais hinter dem Scheinwerfertopf. Man erreicht es, wenn man den Lenker ganz nach links dreht und rechts hinter den Scheinwerfer greift.
Hupe (Signal, сигнал звуковой)
Die Hupen sind einfache mechanische Geräte. Typenreihen sind C-35, C-37, C-38, C-204B, C-205B und C-304 (kyrillisch С-35, С-37 und so weiter). An den neueren Ural 750 sitzt die LEBK91 in Weißzink oder Schwarz.
Nicht verwechseln: Das C am Anfang ist ein kyrillisches С. Die Hupen der 6-Volt-Modelle und der 12-Volt-Modelle haben verschiedene Typenbezeichnungen.
Übersicht: Blinkrelais und Hupe nach Modell
| Modell | Spannung | Blinkrelais | Hupe |
|---|---|---|---|
| Ural M-72, M-72K, M-72M | 6 V | keine Blinker | C-35, C-35A, C-37, C-37A |
| Ural M-61, M-62 | 6 V | frühe Ausführung ohne Blinker, spätere PC-419 | C-37A |
| Ural M-63, M-66 | 6 V | PC-419 | C-37A |
| Ural M-67 | 12 V | PC-427 | C-38A, C-205B |
| Ural M-67.36 | 12 V | 63P-18046 | C-205B |
| Ural 8.103, 8.107 („650“) | 12 V | 63P-18046 | C-205B, C-304 |
| Ural 750 | 12 V | 63P-18046, später weitere Ausführungen | C-205B, C-304, später LEBK91 |
| Dnepr M-72, M-72N | 6 V | keine Blinker | C-35, C-35A |
| Dnepr K-750 | 6 V | frühe Ausführung ohne Blinker, spätere PC-419 | C-35, C-35A, C-37, C-37A |
| Dnepr K-750M, MB-750, MB-750M | 6 V | PC-419 | C-37A |
| Dnepr MT-12 | 6 V | PC-419 | C-204B |
| Dnepr K-650 (MT-8), MT-9 | 6 V | PC-415 oder PC-419 | C-37, C-37A |
| Dnepr MB-650, MB-650M | 12 V | PC-427 | C-205B oder C-304 |
| Dnepr MT-10, MT-10.36 | 12 V | PC-427 | C-38 |
| Dnepr MT-11, MT-16 | 12 V | PC-427 | C-205B oder C-304 |
Spannung und weitere Elektrik siehe 6 Volt und 12 Volt.
Bremsen (Trommelbremse, Scheibenbremse)
Die Gespanne haben Trommelbremsen an allen Rädern, bei den neueren Ural vorn eine Scheibenbremse. Hinterrad- und Beiwagenbremse werden gemeinsam vom Fußhebel betätigt. Dieser Abschnitt erklärt Aufbau, Einstellung und Besonderheiten.
Begriffe in diesem Abschnitt: Beiwagenbremse · Brembo-Scheibenbremse · Feststellbremse · Trommelbremse (Ein- und Zweinocken)
Beiwagenbremse
Die Beiwagenbremse ist mechanisch mit dem Fußhebel der Hinterradbremse verbunden. Ursprünglich geschah das über ein Seil, bei späteren Ural über einen Hebel mit Langloch. Der Bremsankerdeckel sitzt fest an der Beiwagenachse und stützt sich an einer Drehmomentstütze ab. Die Bremsbacken sind austauschbar mit denen des Hinterrads.
Einstellen: zuerst die Fußbremse am Hinterrad einstellen, dann die Mutter an der Zugstange der Beiwagenbremse anziehen. Danach die Mutter 2 bis 3 Umdrehungen zurückdrehen, sonst zieht das Gespann beim Bremsen nach rechts.
Nicht verwechseln: Die Einstellung der Beiwagenbremse kommt nach der Hinterradbremse, nicht davor.
Brembo-Scheibenbremse (Frontbremse der neuen Ural)
Ab 2003 haben die Ural vorn eine hydraulische Scheibenbremse von Brembo, hinten und am Beiwagen weiter Trommelbremsen. Ab 2014 haben alle drei Räder Scheibenbremsen. Die Vorderbremse leistet etwa 70 Prozent der Bremskraft. Sie braucht keine Einstellung, nur eine regelmäßige Kontrolle: Beläge wechseln, wenn auf einem Belag weniger als etwa 3 mm (1/8 Zoll) übrig sind, und den Bremsschlauch auf Risse und Undichtigkeit prüfen.
Nicht verwechseln: Beim Rückwärtsfahren darf die Vorderbremse nicht betätigt werden. Sonst können Bremssattel und Halteplatte beschädigt werden. Bei den Modellen mit Trommelbremse (Ural bis 2002 und alle Dnepr) sind alle drei Räder austauschbar. Mit der Scheibenbremse vorn geht das nicht mehr.
Mehr dazu: Ural 650
Feststellbremse (Handbremse am Fußhebel)
Die Feststellbremse hält das Gespann im Stand. Dazu tritt man den Fußbremshebel und dreht dann den Feststellhebel gegen den Uhrzeigersinn.
Verbaut bei: Dnepr MT-10.36, MT-11 und MT-16.
Nicht verwechseln: Die Feststellbremse wirkt auf die Hinterradbremse, nicht auf die Vorderradbremse.
Trommelbremse (Ein- und Zweinocken-Bremse)
In der Trommel sitzen zwei halbrunde Bremsbacken. Ein Hebel dreht eine Nocke und spreizt die Backen gegen die Trommel. Bei der Einnocken-Bremse drückt die Nocke auf jeweils eine Seite der beiden Backen. Die Zweinocken-Bremse hat zwei Nocken und zwei Hebel, die mit einer Zugstange verbunden sind. Sie hat besseren Kontakt zwischen Backe und Trommel, ist aber schwerer einzustellen. Ist sie falsch eingestellt, bremst sie schlechter als die Einnocken-Bremse.
Verbaut bei: Einnocken-Vorderbremse an M-72, M-61 und K-750. Zweinocken-Vorderbremse an Dnepr MB-650, MB-650M und MT-12 sowie an der Ural 8.103 mit Trommelbremse. Die Hinterradbremsen sind meistens Einnocken-Bremsen.
Einstellwerte: Bei der Ural 650 (IMZ-8.103-10) beträgt der Spalt zwischen Backen und Trommel 0,3 bis 0,7 mm. Backen mit weniger als etwa 1,6 mm Belag (1/16 Zoll) sind zu wechseln. Zum Prüfintervall siehe Einstellwerte und Wartung. Bei einer Zweinocken-Bremse erst am Seilzug einstellen, bis die Bremse leicht schleift, dann die Zugstange zwischen den beiden Hebeln anziehen, bis es etwa doppelt so stark schleift, und kontern.
Nicht verwechseln: Bei Ein- und Zweinocken-Bremsen wird die Achse erst festgezogen, nachdem man das Rad gedreht und die Bremse fest angezogen hat. So richten sich Backen und Trommel zueinander aus.
Einstellwerte und Wartung
Dieser Abschnitt sammelt die Werte, die man beim Einstellen und Warten braucht: Anzugsmomente, Füllmengen, Reifendruck, Spiele, Ventile, Zündzeitpunkt und die Wartungsintervalle. Die Werte unterscheiden sich je nach Modell und sind deshalb in den Tabellen nach Baureihe getrennt. Ein Strich bedeutet: keine verlässliche Angabe für dieses Modell. Alle Werte sind Richtwerte aus den Werks-Betriebsanleitungen der jeweiligen Baureihe.
Begriffe in diesem Abschnitt: Anzugsmomente · Füllmengen (Öl) · Reifendruck · Einstellwerte nach Modell · Spiele und Maße (Ural 650) · Ventilspiel einstellen · Wartungsintervalle und Schmierstellen · Zündzeitpunkt einstellen
Anzugsmomente (Dnepr MT-11)
Die Werte stammen aus der Anzugsmomente-Tabelle der Dnepr MT-11 und sind hier von kgf·m in Newtonmeter umgerechnet. Sie gelten für den 650er OHV-Motor und seinen Antrieb. Für andere Modelle liegen keine geprüften Momente vor; die Werte nicht einfach übertragen.
| Bauteil | Anzugsmoment |
|---|---|
| Zylinderkopfmuttern, 1. Stufe | 12–16 Nm |
| Zylinderkopfmuttern, 2. Stufe (über Kreuz) | 27–35 Nm |
| Muttern der Pleuelschrauben | 31–35 Nm |
| Schwungradschraube | 245–275 Nm |
| Muttern der Kipphebelachsen | 22–24 Nm |
| Muttern der Lichtmaschinenbefestigung | 22–27 Nm |
| Muttern der Motorbefestigung am Rahmen | 43–61 Nm |
| Mutter der elastischen Kupplung (Scheibe) am Getriebe | 78–98 Nm |
| Hinterachsmutter | 78 Nm |
| Mutter der Lenkkopflager | 78–88 Nm |
| Muttern der Lenkerbefestigung am Joch | 27–35 Nm |
| Muttern am Endantriebsgehäuse | 16–18 Nm |
Die Zylinderkopfmuttern werden in zwei Stufen über Kreuz angezogen. Als Endwert nennen mehrere Quellen übereinstimmend rund 27 bis 35 Nm.
Nicht verwechseln: Die Tabelle ist in kgf·m angegeben. 1 kgf·m entspricht rund 9,8 Nm. Wer die Zahl direkt in Nm liest, zieht zu schwach an.
Mehr dazu: Dnepr
Füllmengen (Öl) nach Modell
Alle Mengen in Litern, so wie sie in den Werks-Betriebsanleitungen der jeweiligen Baureihe stehen. Ein Strich bedeutet: keine verlässliche Angabe für dieses Modell.
Seitenventiler
| Modell | Motor | Getriebe | Endantrieb | Gabel, je Holm | Stoßdämpfer |
|---|---|---|---|---|---|
| Ural M-72 (Dnepr M-72) | 2,0 | 0,8 | 0,175 | – | – |
| K-750 | 2,0 | 0,8 | 0,14 | 0,16 | – |
| Chang Jiang 750 (CJ750) | 1,76 | 0,8 | 0,17 | 0,13 | – |
Ural, 650er OHV-Motor
| Modell | Motor | Getriebe | Endantrieb | Gabel, je Holm | Stoßdämpfer |
|---|---|---|---|---|---|
| Ural M-61 | 2,0 | 0,8 | 0,150 | – | – |
| Ural M-62 | 2,0 | 0,8 | – | – | 0,105 |
| Ural M-63 | 2,0 | 0,8 | 0,130 | 0,100 | – |
| Ural M-66 | 2,3 | 0,8 | 0,130 | 0,135 | 0,105 |
| Ural M-67.36 | 2,0 | 1,2 | 0,110 | 0,135 | 0,105 |
| Ural 8.103-10 (1990) | 2,0 | 0,9 | 0,110 | 0,135 | 0,105 |
| Ural, Modelle um 2000 (Tourist, Solo) | 2,0 | 0,9 | 0,110 | 0,135 (nur Solo) | 0,105 |
| Ural, Modelle um 2000 (Sportsman, Zweirad-Antrieb) | 2,0 | 0,9 | 0,150 | – | 0,105 |
Die 8.103-10 nennt zusätzlich 0,150 Liter für das Luftfilter-Gehäuse.
Dnepr
| Modell | Motor | Getriebe | Endantrieb | Gabel, je Holm | Stoßdämpfer | Weitere |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dnepr MT-9 | – | 1,3 | – | – | – | – |
| Dnepr MB-650M | 2,2 | 1,5 | 0,100 | 0,130 | 0,105 | Ausgleichsgetriebe 0,100; Beiwagenrad-Untersetzung 0,200; Luftfilter 0,150 |
| Dnepr MT-10.36 | 2,2 | 1,5 | 0,110 | 0,130 | 0,105 | – |
| Dnepr-16 (MT-16) | 2,2 | 1,5 | 0,10 | 0,13 | 0,10 | Ausgleichsgetriebe 0,10; Beiwagenrad-Untersetzung 0,20 |
Ural 750
| Modell | Motor | Getriebe | Endantrieb | Gabel, je Holm | Stoßdämpfer | Weitere |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ural 750 Tourist, Patrol, Gear-Up (2003–2012) | – | 1,0 | 0,105 oder 0,135 (je nach Ausführung) | – | 0,105 | – |
| Ural 750 Retro (2004) | – | 0,9 | 0,110 | – | 0,105 | – |
| Ural 750 Retro (2007–2013) | – | 1,0 | 0,105 | – | 0,105 | – |
| Ural 750 Wolf (2004–2005) | – | 1,0 | 0,105 | 0,180 | 0,105 | – |
| Ural 750 EFI (2014–2016) | 2,1 (mit Filterwechsel) | 0,9 | 0,135 (Zweirad) / 0,110 (Einrad) | – | – | Bremsflüssigkeit vorn 0,020, hinten 0,015, Beiwagen 0,030 |
| Ural 750 EFI (2017) | 2,3 (mit Filterwechsel) | 1,0 | 0,100 | – | – | Bremsflüssigkeit vorn 0,020, hinten 0,015, Beiwagen 0,030 |
| Ural 750 EFI (2018) | 2,1 (mit Filterwechsel) | 0,9 | 0,115 (Zweirad) / 0,090 (Einrad) | – | – | Bremsflüssigkeit vorn 0,020, hinten 0,015, Beiwagen 0,030 |
| Ural 750 EFI (2019–2020) | 2,6 (mit Filterwechsel) | – | – | – | – | Bremsflüssigkeit vorn 0,020, hinten 0,015, Beiwagen 0,030 |
| Ural 750 EFI (2021) | 2,6 (mit Filterwechsel) | 0,9 | 0,115 (Zweirad) / 0,090 (Einrad) | – | – | Bremsflüssigkeit vorn 0,020, hinten 0,015, Beiwagen 0,030 |
Bei der Ural 750 mit Vergaser stehen Motorfüllmengen in den verschiedenen Fassungen der Anleitungen nicht einheitlich; deshalb fehlt dort die Angabe. Bei den EFI-Modellen gilt die Motormenge mit Filterwechsel.
Der Ölstand im Motor soll bei der Ural zwischen den beiden Markierungen des Ölmessstabs liegen. Unter der unteren Markierung darf nicht gefahren werden.
Nicht verwechseln: Gleiche Baugruppe, andere Menge. Das Getriebe fasst bei der Dnepr 1,5 Liter, bei den alten Ural 650 nur 0,8 Liter. Nicht nach der Nachbarreihe auffüllen.
Reifendruck nach Modell
Der Druck ist in bar angegeben, bei den älteren Anleitungen in kp/cm² oder atü (entspricht ungefähr bar).
| Modell | Vorderrad | Hinterrad | Beiwagenrad | Reserverad |
|---|---|---|---|---|
| Ural 650 (mit Beiwagen) | 1,5–1,6 | 2,5–2,6 | 1,5–1,6 | 2,5–2,6 |
| Ural 650 (solo) | 1,7–1,8 | 2,2–2,3 | – | – |
| Ural 750 | 2,0 | 2,5 | 2,0 | 2,5 |
| Ural M-72 | 1,6 | 2,0 | 1,8 | 2,0 |
| Dnepr-16 | 1,5–1,6 | 2,5–2,6 | 1,5–1,6 | – |
| Dnepr MT-10.36 | 1,5 | 2,6 | 1,5 | – |
Bei der Ural 650 steht die Reifengröße 4,00–19 oder 3,50–18 in der Anleitung, bei der Ural 750 4,00 × 19 und beim Retro 3,50 × 18.
Nicht verwechseln: Solo und mit Beiwagen gelten verschiedene Werte. Die Ural 750 nennt 2,0 bar vorn, die Ural 650 1,5–1,6 bar.
Einstellwerte nach Modell
Ventilspiel am kalten Motor, Abstand der Unterbrecherkontakte und Elektrodenabstand der Zündkerze, getrennt nach Baureihe.
| Modell | Ventilspiel (kalt) | Unterbrecherkontakte | Kerzenabstand | Vorspur / Sturz |
|---|---|---|---|---|
| K-750 / MB-750 | 0,1 mm | – | – | – |
| Ural 650 (IMZ-8.103-10) | 0,05 mm | 0,4–0,6 mm | 0,5–0,65 mm | 10–12 mm / 2° ± 30′ |
| Ural 750 | 0,1–0,15 mm (Ein- und Auslass) | – | 0,6–0,7 mm | – |
| Dnepr-16 | 0,07 mm | 0,4–0,6 mm | 0,50–0,65 mm (Kerze A14B), 0,60–0,75 mm (Kerze A17B) | 0 ± 5 mm / 0° ± 30′ |
| Chang Jiang 750 | Einlass 0,10 mm, Auslass 0,15 mm | – | – | – |
Der Kontaktabstand gilt nur für die Kontaktzündung.
Nicht verwechseln: Das Ventilspiel liegt je nach Modell zwischen 0,05 und 0,15 mm. Der Wert der Ural 650 passt nicht zur Dnepr, obwohl der Motor ähnlich aussieht.
Spiele und Maße (Ural 650)
Werte der Werks-Betriebsanleitung der Ural 650 (IMZ-8.103-10). Ventilspiel, Kontakt- und Kerzenabstand der anderen Modelle stehen in der Tabelle davor.
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Ventilspiel am kalten Motor | 0,05 mm |
| Unterbrecherkontakte | 0,4–0,6 mm |
| Zündkerzenelektroden | 0,5–0,65 mm |
| Spalt zwischen Bremsbacken und Bremstrommel | 0,3–0,7 mm |
| Leerweg Handbremshebel | 5–8 mm |
| Leerweg Kupplungshebel | 5–8 mm |
| Leerweg Fußbremspedal | 25–30 mm (etwa ein Viertel des Gesamtwegs) |
| Flankenspiel der Kegelräder im Endantrieb | 0,1–0,3 mm |
| Vorspur auf der Länge des Radstands | 10–12 mm |
| Sturz (Neigung des Motorrads zur Senkrechten) | 2° ± 30′ |
Nicht verwechseln: Beim Kerzenabstand nennen andere Quellen 0,5–0,6 mm. Die Werte liegen eng beieinander. Der Abstand der Unterbrecherkontakte (0,4–0,6 mm) gilt nur für die Kontaktzündung.
Ventilspiel einstellen
Das Ventilspiel wird am kalten Motor geprüft. Bei der Ural 650 soll es 0,05 mm betragen (andere Modelle: siehe Einstellwerte nach Modell). Ist es zu klein, schließen die Ventile nicht dicht, die Ventilköpfe brennen ab und die Ventile fallen früh aus. Ist es zu groß, öffnen sie nicht ganz und klopfen. Gemessen wird zwischen dem großen Hebelarm des Kipphebels und dem Ventilschaft mit der Fühlerlehre.
Ablauf: Zylinderkopfdeckel abnehmen, die Kurbelwelle am Kickstarterhebel durchdrehen. Das Spiel am Auslassventil stellt man ein, wenn das Einlassventil gerade zu schließen beginnt, das Spiel am Einlassventil, wenn das Auslassventil gerade zu öffnen beginnt. Dazu die Kontermutter lösen, die Stellschraube drehen, mit der Fühlerlehre prüfen und die Kontermutter wieder festziehen.
Prüfen: nach den ersten 500 km, danach nach Bedarf, mindestens alle 2.500 km. Nach je 10.000 km Ventile und Ventilsitze durchsehen und bei Bedarf einschleifen.
Nicht verwechseln: Auslass- und Einlassventil werden bei verschiedenen Kurbelwellenstellungen eingestellt, nicht beide in derselben.
Wartungsintervalle und Schmierstellen (Ural 650)
Die Werksanleitung der Ural 650 (IMZ-8.103-10) unterscheidet die tägliche Wartung und vier Wartungen nach Kilometern: W-1 alle 2.500 km, W-2 alle 5.000 km, W-3 alle 10.000 km und W-4 alle 20.000 km. Bei jeder Wartung gehören die Arbeiten der vorherigen mit dazu.
| Stelle | Intervall |
|---|---|
| Motoröl wechseln | alle 2.500 km |
| Motorölfilter wechseln | alle 5.000 km |
| Getriebeöl nachfüllen / wechseln | alle 2.500 km / alle 10.000 km |
| Endantrieb Öl nachfüllen / wechseln | alle 2.500 km / alle 10.000 km |
| Stoßdämpfer hinten und am Beiwagen: Öl wechseln | alle 10.000 km |
| Luftfilter waschen und ölen | alle 2.500 km |
| Gelenke und Achse des Bremssystems, Bremspedalachse | alle 2.500 km |
| Achsen und Nocken der Bremsbacken | alle 5.000 km |
| Filz und Hebelachse am Unterbrecher | alle 5.000 km (1 Tropfen Öl) |
| Zangenverbindungsgelenke des Beiwagens | alle 10.000 km |
| Gelenk der Kardanwelle (Schmiernippel) | alle 10.000 km |
| Lenksäulenlager | alle 20.000 km |
Wenn der Ölverbrauch über 0,25 Liter auf 100 km liegt, sind die Kolbenringe zu wechseln.
Nicht verwechseln: Ölwechsel (2.500 km) und Ölfilterwechsel (5.000 km) haben verschiedene Intervalle. Beim Filterwechsel zuerst die Schmieranlage spülen.
Erste Wartungen nach Modell
| Modell | Angabe der Anleitung |
|---|---|
| Ural 650 | Wartungsplan W-1 bis W-4 (siehe oben) |
| Ural 750 | Service-Coupons bei 500 km und 2.500 km |
| Chang Jiang 750 | Ventilspiel prüfen bei 500 km und bei 3.000 km |
Nicht verwechseln: Die Intervalle der Tabelle oben sind der Wartungsplan der Ural 650 und nicht auf andere Modelle übertragbar.
Zündzeitpunkt einstellen (Kontaktzündung)
Beim Einstellen des Zündzeitpunkts stellt man zuerst den Abstand der Unterbrecherkontakte auf 0,4 bis 0,6 mm. Dazu dreht man die Kurbelwelle mit dem Kickstarter auf den größten Abstand. Ein zu großer Abstand schwächt den Zündfunken, ein zu kleiner brennt die Kontakte ab. Dann schließt man eine Prüflampe zwischen Niederspannungsklemme des Unterbrechers und Masse an. Leuchtet die Lampe, sind die Kontakte offen, leuchtet sie nicht, sind sie geschlossen.
Am Schwungrad stehen zwei Markierungen: ВМТ (oberer Totpunkt) und РЗ (früher Zündzeitpunkt). Bei der automatischen Verstellung (PM-302, PM-302A) zieht man die Fliehgewichte ganz auseinander und stellt das Gehäuse so ein, dass die Lampe genau im Moment aufleuchtet, in dem die Marke РЗ an der Gehäusemarke steht. Bei der Handverstellung (PM-05) stellt man den Zug am Lenkerhebel so ein, dass die Lampe nicht vor der Marke aufleuchtet.
Nicht verwechseln: Die Marke РЗ (früh) ist nicht die Marke ВМТ (oberer Totpunkt). Zu frühe Zündung kann zu Klingeln und Kolbenschäden führen. Bei der kontaktlosen Zündung wird der Zeitpunkt anders eingestellt (siehe Kontaktlose Zündung).
Elektrik (Lichtmaschine, Regler, Batterie, Anlasser)
Die Elektrik der Gespanne gibt es in zwei Spannungen: 6 Volt bei den älteren Modellen und 12 Volt bei den späteren. Die Teile der beiden Anlagen passen nicht zueinander. Dieser Abschnitt nennt die Lichtmaschinen von G-11 bis zum Nippon-Denso-Drehstromgenerator, die dazugehörigen Regler, die Batterietypen, den Anlasser und die Elektrik der Chang Jiang 750.
Begriffe in diesem Abschnitt: 14.3771 · 6 Volt und 12 Volt · Anlasser (Elektrostarter) · Batterie · Chang Jiang 750: M1, M1M, M1S · G-11 und G-11A · G-414 · G-424 · Lichtmaschine (Übersicht) · Masseschalter · Nippon Denso · Regler (Relais-Regler) · Übersicht: Elektrik nach Modell
14.3771 (Lichtmaschine mit internem Regler)
Die 14.3771 ist die Lichtmaschine der ersten Ural-Modelle mit 750-cm³-Motor. Sie arbeitet mit 12 Volt und 35 Ampere und wird von einem Zahnrad der Nockenwelle angetrieben. Der Regler sitzt in der Lichtmaschine, ein externer Regler wie der PP-330 entfällt.
Verbaut bei: Ural 8.103, 8.103X, 8.123 und 8.123X mit 750-cm³-Motor. Später löste die Nippon-Denso-Lichtmaschine sie ab.
Nicht verwechseln: Die G-424 der 650er hat einen externen Regler, die 14.3771 hat ihn eingebaut. Beide sind nicht austauschbar.
6 Volt und 12 Volt
Bei der Ural sind die Modelle bis zur M-66 6-Volt-Maschinen, ab der M-67 haben sie 12 Volt. Bei der Dnepr haben M-72, K-750, K-750M, MB-750, MB-750M, MT-12, K-650 (MT-8) und MT-9 eine 6-Volt-Anlage, MB-650, MT-10, MT-10.36, MT-11 und MT-16 eine 12-Volt-Anlage. Die Chang Jiang M1 hat 6 Volt, M1M und M1S haben 12 Volt. Die Tabelle zeigt, welche Teile zu welcher Spannung gehören.
| Bauteil | 6 Volt | 12 Volt |
|---|---|---|
| Lichtmaschine | G-11, G-11A, G-414 | G-424, 14.3771, Nippon Denso |
| Regler | PP-1, PP-30, PP-31, PP-31A, PP-302, PP-302A | PP-330, 33.3702, bei den neueren Lichtmaschinen im Gehäuse |
| Zündspule | KM-01, B2B, B-201 (Б2Б, Б-201) | B-204 (Б-204) |
| Batterie | 3МТ-Typen (3МТ-6, 3МТ-7, 3МТ-12, 3МТ-14) | 6МТС-9 oder zwei 3МТ-6 |
Nicht verwechseln: Die Zündspulen B-201 und B-204 sehen gleich aus, gehören aber zu verschiedenen Spannungen. B-201 ist die 6-Volt-Spule für die automatische Zündverstellung (PM-302), B-204 die 12-Volt-Spule.
Mehr dazu: Ural 650 · Dnepr · M72 und K750 · Chang Jiang CJ750
Anlasser (Elektrostarter, электростартер)
Der Anlasser dreht den Motor elektrisch durch. Die älteren Modelle werden nur mit dem Kickstarter angetreten. Bei den neueren Ural mit 12-Volt-Anlage sitzt ein eigener Anlasser nach Art eines Automobil-Anlassers links am Getriebe. Er arbeitet mit der 35-Ampere-Lichtmaschine 14.3771 und den späteren Lichtmaschinen zusammen.
Eine Sonderlösung ist der Hitachi-Starter-Generator GSB107-04A. Er vereint Anlasser und Lichtmaschine in einer Einheit mit 12 Volt und 18 Ampere und ersetzt die Lichtmaschine. Er war an Importmodellen der Ural 650 verbaut und ist auch als Nachrüstsatz bekannt.
Bei der Chang Jiang 750 M1M und M1S sitzt der Anlasser an der Stelle, an der bei der M1 der Generator steckt.
Nicht verwechseln: Der Hitachi-Starter-Generator sieht aus wie eine große Lichtmaschine auf dem Motor und trägt ein dickes Batteriekabel. Er ist kein Anlasser am Getriebe.
Batterie (Akku, аккумулятор)
Die 6-Volt-Modelle verwenden Batterien der Reihe 3МТ, zum Beispiel 3МТ-6, 3МТ-7, 3МТ-12 und 3МТ-14. Die Zahl nennt die Kapazität in Amperestunden. Bei den 12-Volt-Modellen der Ural 650 und Dnepr 650 ist es die 6МТС-9 mit 9 Amperestunden oder zwei 3МТ-6 mit je 6 Amperestunden.
Nicht verwechseln: Die Typenbezeichnung allein sagt nichts über die Bauform. Vor dem Kauf Spannung, Kapazität und Platz im Batteriekasten prüfen.
Chang Jiang 750: M1, M1M und M1S (Elektrik und Motor)
Die Chang Jiang 750 gibt es in drei Ausführungen. Die M1 ist der Seitenventiler mit 6-Volt-Anlage und Kickstarter, mit dem Generator oben auf dem Motor und dem Unterbrecher vorn an der Kurbelwelle. Die M1M ist ebenfalls ein Seitenventiler, hat aber eine 12-Volt-Anlage mit Lichtmaschine vorn an der Kurbelwelle, einen Elektrostarter an der Stelle des früheren Generators und einen Rückwärtsgang. Die M1S (Super) entspricht der M1M, hat aber OHV-Zylinderköpfe und 32 PS.
Daten Seitenventiler: 746 cm³, Elektrodenabstand der Zündkerze 0,5 mm, Unterbrecherkontaktabstand 0,4 mm, automatische Zündverstellung durch Fliehgewichte, eine Zündspule. Für den 12-Volt-Regler wird die Bezeichnung FT111 genannt.
Nicht verwechseln: „CJ750 SV“ steht für den Seitenventiler (M1, M1M), „OHV“ für die M1S. Der Vergaser der Seitenventiler ist der PZ-28.
Mehr dazu: Chang Jiang CJ750
G-11 und G-11A (Г-11, Г-11А)
Die G-11 ist die Lichtmaschine der frühen 6-Volt-Modelle mit 45 Watt. Die G-11A ist die weiterentwickelte Ausführung, ebenfalls 6 Volt und 45 Watt. Als Regler arbeiten PP-1, PP-30, PP-31 und PP-31A (Rückstromschalter und Spannungsregler in einem).
Verbaut bei: Ural M-72, M-72M und M-61 sowie Dnepr M-72, M-72N und K-750 (frühe Ausführung).
Nicht verwechseln: Die G-11 und G-11A sind 6-Volt-Teile. Die G-414 sieht ähnlich aus, leistet aber mehr.
G-414 (Г-414)
Die G-414 ist die 6-Volt-Lichtmaschine mit 65 Watt und löste die G-11A ab. Als Regler dienen PP-302 und PP-302A.
Verbaut bei: Ural M-62, M-63 und M-66 sowie Dnepr K-750 (spätere Ausführung), K-750M, MB-750, MB-750M, MT-12, K-650 (MT-8) und MT-9.
Nicht verwechseln: Die G-414 ist eine 6-Volt-Maschine. Für 12 Volt gehört die G-424 an den Motor.
G-424 (Г-424)
Die G-424 ist die Lichtmaschine der 12-Volt-Modelle mit 650-cm³-Motor. Sie arbeitet mit einem externen Relais-Regler (PP-302 oder PP-330, später dem elektronischen Regler 33.3702). Sie sitzt oben auf dem Motor, hat ein Metallgehäuse mit Lüftungsschlitzen auf der Rückseite und drei Kabel zu einer Klemmleiste.
Verbaut bei: Ural M-67, M-67.36 und 650 (8.103, 8.107) sowie Dnepr MB-650, MB-650M, MT-10, MT-10.36, MT-11 und MT-16.
Nicht verwechseln: In Exportkatalogen steht G-424, in russischen Г-424. Die Lichtmaschine 14.3771 der neueren 750er hat dagegen den Regler im Gehäuse.
Lichtmaschine (Generator, генератор)
Die Tabelle fasst die Lichtmaschinen von Ural und Dnepr in der Reihenfolge ihrer Entwicklung zusammen.
| Typ | Spannung | Leistung | Regler |
|---|---|---|---|
| G-11 (Г-11) | 6 V | 45 W | PP-1, PP-30, PP-31 |
| G-11A (Г-11А) | 6 V | 45 W | PP-31, PP-31A |
| G-414 (Г-414) | 6 V | 65 W | PP-302, PP-302A |
| G-424 (Г-424) | 12 V | – | extern: PP-302, PP-330, 33.3702 |
| 14.3771 | 12 V | 35 A | intern |
| Nippon Denso | 12 V | 770 W | intern |
Nicht verwechseln: Die Hitachi-Starter-Generator-Einheit ersetzt die Lichtmaschine, ist aber auch ein Anlasser (siehe Anlasser).
Masseschalter (Batterietrennschalter, выключатель массы)
Der Masseschalter trennt bei längerem Abstellen die Batterie von der Masse und damit alle Verbraucher von der Batterie. Er verhindert Ruhestrom über Lichtmaschine und Regler. Er sitzt unter dem Fahrersitz zwischen Batterie und Massepunkt des Reglers. Zulässig sind etwa 10 Ampere. Auf Korrosion an den Anschlüssen und am Massekabel achten.
Verbaut bei: den 12-Volt-Modellen der Ural M-67 bis zur Reihe „650“ und an Dnepr MT-10, MT-10.36, MB-650, MT-11 und MT-16. Die 6-Volt-Modelle haben meist keinen, ebenso die Ural mit Elektrostarter.
Nicht verwechseln: Der Masseschalter ist nicht das Zündschloss. Er schaltet nur die Batterie, nicht die Zündung.
Nippon Denso (Drehstrom-Lichtmaschine der neuen 750er)
Die Nippon-Denso-Lichtmaschine ist die Lichtmaschine der neueren Ural mit 750-cm³-Motor. Sie arbeitet mit 12 Volt und hat den Regler im Gehäuse. Äußerlich erkennt man sie an der hinteren Kappe aus Metall.
Verbaut bei: Ural 8.103, 8.103X, 8.123 und 8.123X (750er der späteren Baureihe).
Nicht verwechseln: Die ältere 14.3771 hat eine schwarze Kunststoffkappe auf der Rückseite, die Nippon Denso ist länger und hat die Metallkappe.
Regler (Relais-Regler, реле-регулятор)
Der Regler begrenzt die Spannung der Lichtmaschine und trennt sie bei stehendem Motor von der Batterie. Die Typenbezeichnung beginnt kyrillisch mit РР (lateinisch PP oder RR, siehe gleich aussehende Buchstaben).
| Regler | Spannung | Passt zu |
|---|---|---|
| PP-1, PP-30, PP-31, PP-31A | 6 V | G-11, G-11A |
| PP-302, PP-302A | 6 V | G-414 |
| PP-330 | 12 V | G-424 |
| 33.3702 (elektronisch) | 12 V | G-424 (ersetzt den PP-330) |
Nicht verwechseln: Die 14.3771 und die Nippon Denso haben den Regler eingebaut. Ein PP-330 wird dort nicht angeschlossen.
Übersicht: Elektrik nach Modell
Die Tabelle zeigt die Elektrik ab Werk. Je nach Baujahr und Ausführung kann es innerhalb eines Modells Abweichungen geben.
| Modell | Spannung | Lichtmaschine | Regler | Zündung |
|---|---|---|---|---|
| Ural M-72, M-72M | 6 V | G-11, G-11A | PP-31, PP-31A | Kontaktzündung PM-05 |
| Ural M-61 | 6 V | G-11A | PP-30, PP-31A | Kontaktzündung PM-05 |
| Ural M-62 | 6 V | G-414 | PP-302, PP-302A | Kontaktzündung PM-05 oder PM-302 |
| Ural M-63, M-66 | 6 V | G-414 | PP-302, PP-302A | Kontaktzündung PM-302, PM-302A, Spule B-201 |
| Ural M-67, M-67.36 | 12 V | G-424 | PP-330, später 33.3702 | Kontaktzündung PM-302, PM-302A, Spule B-204 |
| Ural 650 (8.103, 8.107) | 12 V | G-424 | PP-330, 33.3702 | Kontaktzündung PM-302A, später kontaktlose Zündung (Typ I bis III) |
| Ural 750, frühere Ausführung (8.103, 8.123) | 12 V | 14.3771 | im Gehäuse | Kontaktlose Zündung Typ IV |
| Ural 750, spätere Ausführung (8.103, 8.123) | 12 V | Nippon Denso | im Gehäuse | Kontaktlose Zündung Typ V, später Ducati und Power Arc |
| Dnepr M-72, M-72N | 6 V | G-11A | PP-31, PP-31A | Kontaktzündung PM-05 |
| Dnepr K-750 | 6 V | G-11A, später G-414 | PP-31A, später PP-302 | PM-05, PM-11A, später PM-302 |
| Dnepr K-750M, MB-750, MB-750M, MT-12 | 6 V | G-414 | PP-302, PP-302A | PM-05 oder PM-302, Spule B-2B oder B-201 |
| Dnepr K-650 (MT-8, MT-9) | 6 V | G-414 | PP-302, PP-302A | PM-05 oder PM-302, Spule B-2B oder B-201 |
| Dnepr MB-650, MB-650M, MT-10, MT-10.36, MT-11, MT-16 | 12 V | G-424 | PP-330, bei MT-11 und MT-16 auch 33.3702 | PM-302, PM-302A, Spule B-204 |
| Chang Jiang M1 (Seitenventiler) | 6 V | Generator oben auf dem Motor | – | Kontaktzündung |
| Chang Jiang M1M (Seitenventiler) | 12 V | Lichtmaschine vorn an der Kurbelwelle | FT111 | Kontaktzündung, automatische Verstellung |
| Chang Jiang M1S (OHV) | 12 V | wie M1M | FT111 | wie M1M |
Weitere Anleitungen und Teile: Ural 650 · Dnepr · M72 und K750 · Chang Jiang CJ750
Fahrwerk (Federung, Lenkungsdämpfer)
Die Gespanne haben vorn eine Teleskopgabel. Die Hinterradfederung hat sich von der Geradewegfederung zur Schwinge entwickelt. Dieser Abschnitt erklärt beide Bauarten und den Lenkungsdämpfer.
Begriffe in diesem Abschnitt: Geradewegfederung (Plunger) · Hinterradschwinge · Lenkungsdämpfer
Geradewegfederung (Plunger-Federung)
Bei der Geradewegfederung läuft das Hinterrad in Führungen am Rahmen, Schraubenfedern fangen die Stöße ab, Gummipuffer die harten Schläge. Die Federung ist mit dem Gehäuse des Endantriebs verbunden. Das Federbein auf der rechten Seite ist am Endantriebsdeckel befestigt, deshalb lässt sich der Endantrieb nur zusammen mit dem rechten Federbein ausbauen.
Verbaut bei: M-72, Ural M-61 und M-62 sowie Chang Jiang 750. Die Rahmen von M-61 und M-62 unterscheiden sich von denen der M-72.
Nicht verwechseln: Geradewegfederung und Schwinge sehen vom Rahmen her verschieden aus. Rahmen mit Geradewegfederung haben Aufnahmen für die Federführungen, Schwingenrahmen einen Drehpunkt.
Hinterradschwinge (Schwingenfederung)
Bei der Schwinge hängen Hinterrad und Endantrieb an einem Hebel mit Drehpunkt am Rahmen, gefedert durch Federbeine. Die Dnepr K-750 war 1958 das erste schwere russische Gespann mit Schwinge und ersetzte die M-72N mit Geradewegfederung. Bei der K-750 sitzt die Schwinge innen im Rahmen, bei den späteren Ural außen. Die Ural führte die Schwinge mit der M-63 ein.
Verbaut bei: Dnepr K-750 und alle späteren Dnepr, Ural ab M-63.
Nicht verwechseln: Ob die Schwinge innen oder außen am Rahmen sitzt, ist ein Erkennungsmerkmal: innen bei der K-750, außen bei den Ural.
Lenkungsdämpfer (рулевой демпфер)
Der Lenkungsdämpfer verhindert, dass die Lenkung ins Pendeln kommt. Bei Gespannen verhindert er Flattern bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa 16 bis 32 km/h. Ural und Dnepr haben einen einstellbaren Reibungsdämpfer aus zwei Stahlscheiben (eine bewegt, eine fest), zwei Fiberscheiben und einer Schraube mit Drehknopf. Der Knopf sitzt mittig zwischen den Lenkerhälften. Wer ihn dreht, ändert den Anpressdruck der Scheiben und damit die Schwergängigkeit der Lenkung. Ein Ende des Dämpfers sitzt an der Gabelbrücke, das andere am Rahmen. Hydraulische Lenkungsdämpfer lassen sich nachrüsten.
Die Lenkkopflager sind Kegelrollenlager: Sch775-01 bis 2007, 32006X/Q ab 2008.
Nicht verwechseln: Der Lenkungsdämpfer ist kein Stoßdämpfer. Er hat mit der Federung nichts zu tun.
Getriebe und Kupplung
Alle Ural und Dnepr haben eine Trockenkupplung mit zwei Scheiben und ein Vierganggetriebe. Dieser Abschnitt erklärt die Kupplung und die fünf Getriebetypen.
Begriffe in diesem Abschnitt: Getriebetypen (7204, 6204, 7500, MT804) · Kupplung (Zweischeiben-Trockenkupplung)
Getriebetypen (7204, 6204, 7500, MT804)
Es gibt fünf typische Getriebe. Sie unterscheiden sich im Aufbau und von außen an der Schaltplatte, am hinteren Getriebedeckel und an den Hebeln.
| Getriebe | Merkmale | Verbaut bei |
|---|---|---|
| ZiS und 7204 | Zwei Schalthebel: Handhebel rechts, Fußhebel links (wie BMW R71) | M-72 |
| 6204 | Vier Gänge, geschaltet mit verschiebbaren Kupplungen mit Innenverzahnung, Klauenkupplungen auf der Abtriebswelle durch eine Keilverzahnung ersetzt | M-62 bis M-67 |
| 7500 | Überarbeitetes 6204 mit synchronisierten Zahnrädern | K-750B, K-750M, MB-750, MB-750M |
| MT804 | Vier Gänge, Rückwärtsgang, selbsttätiges Trennen der Kupplung beim Schalten, Fußschalthebel und Handhebel für den Rückwärtsgang | Dnepr MT-9 bis MT-11 und MT-16 |
| M-67.36 und Ural 650 (8.103) | eigene Ausführung | Ural M-67.36 und 650 |
| Ural 750 | Vier Gänge mit Rückwärtsgang | aktuelle Ural 750 |
Nicht verwechseln: 6204 und 7500 sehen sich ähnlich, das 7500 hat aber synchronisierte Zahnräder. Die Bezeichnungen sind Teilenummern-Reihen und keine Modellnamen.
Kupplung (Zweischeiben-Trockenkupplung, сцепление)
Die Kupplung ist eine Trockenkupplung mit zwei Scheiben. Federn drücken die Scheiben gegen das Schwungrad und verbinden Motor und Getriebe. Wer den Hebel am linken Lenkergriff zieht, trennt die Verbindung. Der Zug geht über ein Seil zu einem Hebel an der Rückseite des Getriebes. Eine Ausrückstange läuft durch die hohle Getriebeeingangswelle.
Bei den Dnepr MT-9, MB-750M und MB-650 trennt zusätzlich ein Mechanismus die Kupplung beim Schalten selbsttätig. Bei den früheren K-750M, MB-750 und K-650 fehlt er, dort wird die Kupplung nur mit dem Handhebel getrennt.
Nicht verwechseln: Die elastische Kupplung der Kardanwelle (Kardanwelle) ist ein anderes Bauteil als die Motorkupplung.
Kraftstoffanlage (Tank, Benzinhahn)
Ural und Dnepr haben keine Tankanzeige. Der Benzinhahn mit Reserve-Stellung ersetzt sie. Dieser Abschnitt erklärt die Tanktypen und die Benzinhähne.
Begriffe in diesem Abschnitt: Benzinhahn (Reserve) · Kraftstofftank (vier Typen) · Vakuum-Benzinhahn (Prime)
Benzinhahn (бензокран, Reserve)
Der manuelle Benzinhahn hat drei Stellungen: Ein, Aus und Reserve. In der Stellung Ein saugt er Kraftstoff über ein Rohr an, das etwa 2,5 cm über dem Tankboden endet. In der Stellung Reserve saugt er über ein Rohr dicht am Boden an und nutzt so den unteren Teil des Tankinhalts. Bei Nichtgebrauch steht der Hahn auf Aus, damit der Vergaser nicht überläuft. Vor dem Start stellt man ihn auf Ein, ist der Tank fast leer, wechselt man auf Reserve.
Verbaut bei: Modelle mit 650er und 750er Motor: KP-15A (Teilenummer 6310030, 72103-A) und KP-33 (IMZ-8.103-10030).
Nicht verwechseln: KP-15A und KP-33 sehen ähnlich aus. Sie gehören zu verschiedenen Tanks mit verschiedenen Anschlüssen.
Kraftstofftank (vier Typen)
Die Gespanne hatten in 75 Jahren vier Tanktypen. Die Form des Tanks hilft, ein Modell zu bestimmen.
| Tank | Verbaut bei | Inhalt | Erkennung |
|---|---|---|---|
| 7210171-Б | Ural M-72, M-72K, M-72M, M-61, M-62. Dnepr M-72, M-72N, K-750, K-750M, MB-750, MB-750M, K-650 (MT-8), MT-9, MT-12 | 20–22 Liter | Zwei Hälften, oben ein Werkzeugkasten mit Deckel, zwei Kammern mit Gummischlauch verbunden |
| 6310004-02 | Ural M-63, M-66, M-67, M-67.36, 8.103 „650“ | 20 Liter | Waagerechte Naht rundherum, darüber ein Kunststoffband (früh weiß, später schwarz) |
| KMZ-8.15110100 | Dnepr MB-650, MB-650M, MT-10, MT-10.36, MT-11, MT-16 | 19–20 Liter | Eckige Form, kein Werkzeugkasten |
| IMZ-8.1037-10004 | Ural 750 | 19 Liter | Tank mit Bändern |
Nicht verwechseln: Der Tank der Dnepr mit eckiger Form passt vom Anschluss her an die Ural (siehe Austauschbarkeit), sieht aber anders aus.
Vakuum-Benzinhahn (Prime)
Die neueren Ural haben einen automatischen Benzinhahn, der mit Unterdruck aus dem Ansaugrohr arbeitet. Er hat die Stellungen Ein, Reserve und Prime (PRI), aber kein Aus. Bei stehendem Motor schließt der Hahn selbsttätig. Prime umgeht den Unterdruck und füllt trockene Vergaser. Er darf nach dem Füllen nicht in Stellung Prime bleiben, sonst können die Vergaser überlaufen und der Motor geht nicht aus, wenn die Maschine umfällt. Die späteren Hähne sitzen direkt am Tankboden, früher brauchte man eine Adaptermutter.
Nicht verwechseln: Der Vakuum-Benzinhahn hat keine Stellung Aus. Das Schließen übernimmt der Unterdruck.
Modelle und Typenbezeichnungen
Ural und Dnepr tragen viele ähnliche Typenbezeichnungen. Dieser Abschnitt ordnet die Modelle, sagt, woran man sie unterscheidet, und zeigt, welche Schreibweisen dasselbe meinen.
Begriffe in diesem Abschnitt: Dnepr K-650, MT-8 bis MT-16 · Dnepr K-750, K-750M, MB-750, MB-750M, MT-12 · M-72, M-72K, M-72M, M-72N · Schreibweisen von Modellnamen (MB, MV, H, N) · Ural M-61 bis M-67.36 und 8.103 (650) · Ural 750
Dnepr K-650, MT-8 bis MT-16
Die 650er der Dnepr sind OHV-Maschinen. Die K-650 (auch MT-8 genannt) war das erste Dnepr-Modell mit OHV-Motor. Auf sie folgten MT-9, MT-10, MB-650, MT-10.36, MB-650M, MT-11 und MT-16. Die MB-Modelle (MB-650, MB-650M) haben einen Beiwagenradantrieb. MT-10.36 und MB-650M haben den Motor MT10-36 mit 36 PS, MT-11 und MT-16 den Motor MT10-32 mit 32 PS und mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen.
Nicht verwechseln: K-650 und MT-8 sind dieselbe Maschine. MT-9 und MT-10 haben den Motor MT801. Die Dnepr-Reihe MT-11 und MT-16 wurde ab 1991 unter den Namen Dnipro-11 und Dnipro-16 weitergebaut.
Mehr dazu: Dnepr
Dnepr K-750, K-750M, MB-750, MB-750M und MT-12
Die 750er der Dnepr sind Seitenventiler mit dem Motor K-750M. Die K-750 und K-750M haben einen Antrieb nur am Hinterrad (1WD). Die MB-750 und MB-750M haben zusätzlich einen Beiwagenradantrieb. Die MT-12 kam ab 1974 dazu und hat denselben Seitenventilmotor. Mit der K-750 führte die Dnepr die Hinterradschwinge ein.
Nicht verwechseln: Die Modelle sehen ähnlich aus. Der Unterschied liegt im Antrieb: K-750M ohne, MB-750 mit Beiwagenradantrieb.
Mehr dazu: Dnepr · M72 und K750
M-72, M-72K, M-72M und M-72N
Die M-72 ist das Urmodell der schweren russischen Gespanne. Sie ist eine Weiterentwicklung der BMW R71 mit Seitenventilmotor. Sie wurde bei Ural (IMZ) und bei Dnepr (KMZ) gebaut. Die M-72M ist die überarbeitete Ausführung der Ural, die M-72N die Entsprechung bei der Dnepr. Die M-72K ist eine Ausführung der Ural mit 20 kW (27 PS) statt 16 kW (22 PS).
Nicht verwechseln: Es gibt zwei M-72, eine von Ural und eine von Dnepr. Ähnliche Teile müssen nicht immer austauschbar sein.
Mehr dazu: M72 und K750
Schreibweisen von Modellnamen (MB, MV, H, N)
Auch bei Modellnamen gelten die Regeln der Schreibweise: Kyrillisches МВ wird lateinisch MV geschrieben, gemeint ist MB. MB-750 ist also dasselbe wie MV-750. Das kyrillische Н wird zu N: M-72Н ist die M-72N. Bei Bauteilnummern wird ВП zu VP (ВП48801 = VP48801) und H zu N (72H05121 = 72N05121).
Nicht verwechseln: Ein H in einer Modell- oder Teilenummer kann ein kyrillisches Н sein und wird dann als N gelesen.
Ural M-61 bis M-67.36 und 8.103 (650)
Die Ural-Modelle mit 650-cm³-OHV-Motor sind M-61, M-62, M-63, M-66, M-67 und M-67.36, gefolgt von der Reihe 8.103/8.107 („650“). Mit der M-63 führte die Ural die Hinterradschwinge ein. Bis zur M-66 haben sie eine 6-Volt-Anlage, ab der M-67 12 Volt. Die M-67.36 hat den Motor M67-36 mit 36 PS, der auch in der Reihe 8.103 (650) steckt.
Nicht verwechseln: Die Bezeichnungen M-63 und M-66 heißen auch Ural-2 und Ural-3, die M-62 heißt Ural-1.
Mehr dazu: Ural 650
Ural 750 (8.103, 8.123 und weitere)
Die aktuellen Ural haben einen 745-cm³-OHV-Motor. Die Reihe umfasst unter anderem 8.103, 8.103X, 8.123 und 8.123X, im Handel Patrol, Gear-Up, Tourist und weitere. Sie haben eine kontaktlose Zündung, eine Lichtmaschine mit eingebautem Regler und einen Vergaser von Keihin.
Nicht verwechseln: Die Typenbezeichnung 8.103 steht sowohl für 650er als auch für die 750er. Der Hubraum entscheidet.
Mehr dazu: Ural 650 und 750
Motor
Alle schweren Ural- und Dnepr-Motoren sind luftgekühlte Zweizylinder-Viertakt-Boxermotoren mit Vergaser. Es gibt sieben Typen, die sich an Hubraum, Ventilsteuerung und Bauteilen unterscheiden.
Begriffe in diesem Abschnitt: Motortypen (M-72 bis Ural 750) · OHV und SV (Seitenventiler) · Pleuellager (Gleitlager und Rollenlager) · Übersicht: Motor nach Modell
Motortypen (M-72, K-750M, MT801, MT10-36, MT10-32, M67-36, Ural 750)
- M-72 und K-750: Seitenventiler mit 746 cm³, abgeleitet von der BMW R71. Der Motor der M-72.
- K-750M: Seitenventiler der Dnepr (K-750, K-750M, MT-12, MB-750, MB-750M). Pleuel auf Rollenlagern, Zylinder aus Gusseisen, kleinere Ventile, Druckumlaufschmierung mit Papierfilter, Ölpumpe von der Nockenwelle angetrieben.
- MT801: der erste OHV-Motor, 650 cm³, 32 PS (K-650/MT-8, MT-9, MT-10, MB-650). Erzwungene Schmierung mit Fliehkraft-Ölreiniger, Gusseisenkurbelwelle mit abnehmbaren Pleueln und Lagerschalen. Mit ihm löste die automatische Verstellung PM-302 den PM-05 ab.
- MT10-36: überarbeiteter MT801 mit 36 PS (MB-650M, MT-10.36). Einlassventil 40 statt 37 mm, neues Nockenwellenprofil, Verdichtung von 7,0:1 auf 7,5:1.
- MT10-32: überarbeiteter MT10-36 mit 32 PS und mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen (MT-11, MT-16).
- M67-36: Motor der Ural M-67.36 und der Reihe „650“. Die Kurbelwelle ist einteilig.
- Ural 750: 745-cm³-OHV-Motor der aktuellen Ural.
Nicht verwechseln: Die Motortypen kann man an Ventildeckeln, Zylinderköpfen, Vergasern, Lichtmaschine und Zündung erkennen. Gleiche Modellbezeichnung bedeutet nicht gleicher Motor.
OHV und SV (Seitenventiler)
SV steht für Seitenventiler (englisch side valve), OHV für Kopfsteuerung (englisch overhead valve). Der Seitenventiler hat einen flachen, zweiteiligen Aufbau aus Zylinder und flachem Zylinderkopf. Der OHV-Motor ist breiter und dreiteilig aus Zylinder, Zylinderkopf und Ventildeckel.
Nicht verwechseln: Frühe Ural-650-Motoren haben einen gusseisernen Zylinder, 750er einen aus Aluminium. Bei der Dnepr 650 ist der Zylinder aus Aluminium, der Ventildeckel ist eckig.
Pleuellager (Gleitlager und Rollenlager)
Pleuel laufen entweder auf Rollenlagern oder in Gleitlagerschalen. Der K-750M hat Rollenlager. Der Motor MT801 der Dnepr 650 ersetzte sie durch Gleitlagerschalen mit Bimetall-Laufschicht. Bei den Ural-Motoren sind Rollenlager verbaut.
Nicht verwechseln: Die Lagerart unterscheidet Dnepr-650-Motoren und Ural-Motoren.
Übersicht: Motor nach Modell
Die Tabelle nennt Bauzeit, Motorart, Hubraum und Leistung.
| Modell | Bauzeit | Motor | Hubraum | Leistung |
|---|---|---|---|---|
| Ural M-72 | 1941–1951 | M-72 (SV) | 746 cm³ | 16 kW (22 PS) |
| Ural M-72K | 1951–1958 | M-72 (SV) | 746 cm³ | 20 kW (27 PS) |
| Ural M-72M | 1956–1960 | M-72 (SV) | 746 cm³ | 16 kW (22 PS) |
| Ural M-61 | 1958–1961 | Ural 650 (OHV) | 649 cm³ | 21 kW (28 PS) |
| Ural M-62 | 1961–1965 | Ural 650 (OHV) | 649 cm³ | 21 kW (28 PS) |
| Ural M-63 | 1965–1971 | Ural 650 (OHV) | 649 cm³ | 21 kW (28 PS) |
| Ural M-66 | 1971–1973 | Ural 650 (OHV) | 649 cm³ | 24 kW (32 PS) |
| Ural M-67 | 1974–1976 | Ural 650 (OHV) | 649 cm³ | 24 kW (32 PS) |
| Ural M-67.36 | 1976–1985 | M67-36 (OHV) | 649 cm³ | 27 kW (36 PS) |
| Ural 8.103 „650“ | 1984–2002 | M67-36 (OHV) | 649 cm³ | 27 kW (36 PS) |
| Ural „750“ | ab 2003 | Ural 750 (OHV) | 745 cm³ | 29 kW (41 PS) |
| Dnepr M-72 | 1951–1956 | M-72 (SV) | 746 cm³ | 16 kW (22 PS) |
| Dnepr M-72N | 1956–1960 | M-72 (SV) | 746 cm³ | 16 kW (22 PS) |
| Dnepr K-750, K-750M, MB-750, MB-750M, MT-12 | 1958–1982 | K-750M (SV) | 746 cm³ | 19 kW (26 PS) |
| Dnepr K-650 (MT-8), MT-9, MT-10, MB-650 | 1967–1984 | MT801 (OHV) | 649 cm³ | 24 kW (32 PS) |
| Dnepr MT-10.36, MB-650M | 1976–1991 | MT10-36 (OHV) | 649 cm³ | 27 kW (36 PS) |
| Dnepr MT-11, MT-16 | 1984–1995 | MT10-32 (OHV) | 649 cm³ | 24 kW (32 PS) |
Wie die Chang Jiang 750 aufgebaut ist, steht unter Chang Jiang 750: M1, M1M und M1S.
Tacho (Tachometer und Tachowelle)
Der Tacho von Ural und Dnepr wird über eine biegsame Welle vom Getriebeabtrieb angetrieben. Dieser Abschnitt erklärt die Tachotypen und die zugehörigen Wellen.
Begriffe in diesem Abschnitt: Tachotypen (СП-8, СП-102) · Tachowelle (ГВ-127) · Übersicht: Tacho nach Modell
Tachotypen (СП-8, СП-102, IMZ-8.1037-17004)
Es gibt drei Tachotypen. Der СП-8 (SP-8) wurde bis 1952 gebaut, danach folgten СП-8А (SP-8A) und СП-8Б (SP-8B). Der СП-102 (SP-102, SP-102A) kam an die späteren Modelle. Der neueste ist der IMZ-8.1037-17004 an den Ural 750. Der Tacho besteht aus Geschwindigkeitsanzeige und Kilometerzähler. Eine magnetische Scheibe wird von der Welle gedreht und nimmt unter einer Aluminiumglocke die Windrose mit dem Zeiger mit, die eine Spiralfeder auf null hält.
Nicht verwechseln: Der Tacho misst nicht genau. Die Anzeige hängt auch vom Reifenumfang ab: Ein abgefahrener Hinterreifen hat weniger Umfang, die Anzeige liegt dann etwas daneben. Für genaue Geschwindigkeiten nimmt man GPS. Der Kilometerzähler (Tageskilometer) ist praktisch, um nach jedem Tanken die Reichweite zu kennen.
Tachowelle (ГВ-127, biegsame Welle)
Die Tachowelle läuft vom Getriebeabtrieb zum Tacho. Typen sind ГВ-38, ГВ-127 und die Teilenummern 72175, 72175-A, 72175-A1 und 750179. Wasser kann an der Tachowelle ins Getriebe laufen. Wer im Getriebeöl eine milchige, graue Emulsion findet, sollte zuerst die Manschette an der Stelle prüfen, an der die Welle ins Getriebe geht.
Nicht verwechseln: ГВ-127 steht lateinisch GV-127 (siehe Teilenummer-Präfixe).
Übersicht: Tacho nach Modell
| Modell | Tacho | Tachowelle |
|---|---|---|
| Ural M-72 | СП-8, СП-8А (72174) | ГВ-38 (72175) |
| Ural M-72M | СП-8А, СП-8Б (72174) | ГВ-38 (72175) |
| Ural M-72K | СП-8Б (72174) | ГВ-38 (72175) |
| Ural M-61, M-62, M-63, M-66, M-67, M-67.36 | СП-102 (6217004) | ГВ-127 (6217005A) |
| Ural 8.103, 8.107 („650“) | IMZ-8.102-17004 | IMZ-8.101-17005-01 |
| Ural 750 | IMZ-8.1037-17004 | IMZ-8.101-17005-01 oder IMZ-8.101-17005 |
| Dnepr M-72 | СП-8, СП-8А (72174) | 72175-A |
| Dnepr M-72N | СП-8Б (72174) | 72175-A1 |
| Dnepr K-750 | СП-8Б (72174-A) | 72175-A1 |
| Dnepr K-750M, MT-12, MB-750, MB-750M, K-650 (MT-8) | СП-8Б (650174) | 750179 |
| Dnepr K-650 (MT-9), MB-650, MT-10, MT-10.36, MT-11, MT-16 | СП-102 (3802010) | ГВ-127 (3802600) |
Vergaser
Die Boxermotoren von Ural, Dnepr, M72 und K750 werden in der Regel mit einem Vergaser je Zylinder gefahren. Welcher Typ verbaut ist, hängt vom Motor und vom Baujahr ab. Die russischen Typen heißen K-37, K-38, K-301 und so weiter, kyrillisch К-37, К-38, К-301.
Begriffe in diesem Abschnitt: Hauptdüse · K-301 und K-302 · K-37 und K-37A · K-38 · K-62, K-63, K-65 und K-68 · Leerlaufdüse · PZ-28 · Tupfer · Übersicht: Vergaser nach Modell
Hauptdüse (главный жиклёр)
Die Hauptdüse dosiert den Kraftstoff im mittleren und oberen Lastbereich. Beim K-37 sitzt sie unten im Vergasergehäuse. Bei diesen Vergasern wird ihre Größe nicht als Bohrung in Millimetern angegeben, sondern als Durchflussmenge in Kubikzentimetern pro Minute.
Nicht verwechseln: Die Hauptdüse ist nicht die Leerlaufdüse. Beide sitzen an verschiedenen Stellen und dosieren in verschiedenen Bereichen.
Mehr dazu: Vergaser einstellen bei Ural, Dnepr, M72 und K750
K-301 und K-302 (К-301, К-302)
Die K-301 ist der Standardvergaser der 650er OHV-Modelle ab Mitte der 1960er Jahre. Die K-302 ist die spätere Ausführung. Beide haben einen Flachschieber und werden mit senkrecht angeordneten Bohrungen am Zylinderkopf befestigt. Die Schwimmerkammer sitzt bei der K-301 schräg, bei der K-302 senkrecht.
Verbaut bei: K-301 an Ural M-63, M-66, M-67 und M-67.36 sowie an Dnepr K-650, MT-8, MT-9, MT-10, MT-10.36 und MB-650. K-302 an Ural 650 (8.103, 8.107), Dnepr MT-11 und MT-12 sowie an den späteren Modellen K-750 und MB-750.
Nicht verwechseln: Die K-301 gibt es in mehreren Ausführungen mit Endbuchstaben (К-301Б, К-301В, К-301Г, К-301Д). Welche Ausführung zum Motor gehört, hängt vom Modell ab. Die Dnepr MT-10.36 hat zum Beispiel K-301Д. Die K-302 hat dieselbe Flanschgröße und Ausrichtung wie die K-301Г.
Mehr dazu: Vergaser einstellen · Ural 650 · Dnepr
K-37 und K-37A (К-37, К-37А)
Der K-37 ist der Vergaser der Seitenventiler M-72, K-750 und MB-750. Er ist ein Rundschiebervergaser mit 24 mm Durchlass und geht auf den Graetzin-Vergaser der BMW R71 zurück, aus der die M-72 entstand. Es gibt eine linke und eine rechte Ausführung, die spiegelbildlich aufgebaut sind. Der K-37A ist die weiterentwickelte Ausführung ab etwa 1950.
Verbaut bei: M-72, K-750, K-750M und MB-750 (Ural und Dnepr).
Nicht verwechseln: Weil der K-37 links und rechts verschieden ist, gehört zu jedem Zylinder die passende Seite. Der chinesische PZ-28 ist ähnlich aufgebaut.
Mehr dazu: Vergaser einstellen · M72 und K750
K-38 (К-38)
Der K-38 ist ein Rundschiebervergaser mit 24 mm Durchlass, der den K-37 an späteren Motoren ablöste. Er wurde später selbst von der K-301 abgelöst.
Verbaut bei: Ural M-61, M-62 und M-63 sowie an den späteren Dnepr K-750.
Mehr dazu: Ural 650 · M72 und K750
K-62, K-63, K-65 und K-68 (К-62, К-63, К-65, К-68)
Diese Vergaser lösten ab den späten 1970er Jahren die K-301 und K-302 ab. Sie haben ein waagerechtes Lochbild am Flansch, die Schwimmerkammer sitzt in einer Linie mit dem Vergaserkörper. K-62, K-63 und K-65 haben einen Flachschieber, der K-68 (Hersteller Pekar) einen Rundschieber. Beim K-68 gibt es eine linke und eine rechte Ausführung, bei der die Einstellschrauben außen liegen.
Verbaut bei: Dnepr MT-11 und MT-16. Der K-63У gehört zur Ural 650 der Reihe 8.103.
Nicht verwechseln: Maschinen, die ab Werk K-301 oder K-302 haben, besitzen ein senkrechtes Lochbild. Für diese Vergaser ist eine Adapterplatte nötig.
Mehr dazu: Vergaser einstellen · Dnepr
Leerlaufdüse (жиклёр холостого хода, жиклёр малых оборотов)
Die Leerlaufdüse dosiert den Kraftstoff im Leerlauf und bei kleiner Last. Wie bei der Hauptdüse ist ihre Größe eine Durchflussmenge und keine Bohrung in Millimetern.
Nicht verwechseln: Die Gemischschraube für den Leerlauf ist nicht die Leerlaufdüse. Die Schraube stellt das Gemisch ein, die Düse bleibt fest eingesetzt.
PZ-28 (chinesischer Vergaser)
Der PZ-28 ist ein chinesischer Rundschiebervergaser, der an der Chang Jiang CJ750 verbaut wird. Bauart und Anschluss entsprechen dem K-37: Es gibt eine linke und eine rechte Ausführung, befestigt wird er mit senkrechten Bohrungen am Flansch. Er wird auch an M72, K750 und Ural als Ersatz für den K-37 eingesetzt.
Mehr dazu: Chang Jiang CJ750 · M72 und K750
Tupfer (утопитель)
Der Tupfer ist ein kleiner Knopf am Deckel der Schwimmerkammer. Wer ihn drückt, taucht den Schwimmer ein, der Kraftstoffspiegel im Vergaser steigt und der Motor bekommt zum Kaltstart mehr Kraftstoff.
Nicht verwechseln: Der Tupfer wirkt nicht über den Luftstrom wie eine Starterklappe, sondern über den Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer.
Übersicht: Vergaser nach Modell
Die Tabelle zeigt, welche Vergaser ab Werk an den einzelnen Modellen verbaut wurden. Je nach Baujahr kann es mehrere Typen geben.
| Modell | Motor | Baujahre | Vergaser |
|---|---|---|---|
| Ural M-72, M-72K, M-72M | 746 cm³ Seitenventiler | 1941–1960 | K-37, ab etwa 1950 K-37A |
| Ural M-61, M-62 | 649 cm³ OHV | 1958–1965 | K-38 |
| Ural M-63 | 649 cm³ OHV | 1965–1971 | K-38, K-301 |
| Ural M-66 | 649 cm³ OHV | 1971–1973 | K-301Б, K-301Г |
| Ural M-67 | 649 cm³ OHV | 1974–1976 | K-301Г |
| Ural M-67.36 | 649 cm³ OHV | 1976–1985 | K-301Г |
| Ural 8.103, 8.107 (650) | 649 cm³ OHV | 1984–2002 | K-302, K-63У, ab 1994 auch Mikuni 28 mm, ab 2000 Keihin CVK32 |
| Ural 8.103 (750) | 745 cm³ OHV | ab 2003 | Keihin CVK32 |
| Chang Jiang 750 (Seitenventiler M1, M1M) | 746 cm³ Seitenventiler | – | PZ-28 |
| Dnepr M-72, M-72N | 746 cm³ Seitenventiler | 1951–1960 | K-37A |
| Dnepr K-750 | 746 cm³ Seitenventiler | 1958–1963 | K-37A, K-38 |
| Dnepr K-750M | 746 cm³ Seitenventiler | 1963–1977 | K-37A, K-302 |
| Dnepr MB-750 | 746 cm³ Seitenventiler | 1964–1973 | K-37A, K-302 |
| Dnepr MB-750M | 746 cm³ Seitenventiler | 1973–1977 | K-302 |
| Dnepr MT-12 | 746 cm³ Seitenventiler | 1974–1982 | K-302 |
| Dnepr K-650 / MT-8 | 649 cm³ OHV | 1967–1971 | K-301Б, K-301Д |
| Dnepr K-650 / MT-9 | 649 cm³ OHV | 1971–1976 | K-301, K-301Б, K-301Д |
| Dnepr MT-10 | 649 cm³ OHV | 1973–1976 | K-301В, K-301Д |
| Dnepr MB-650 | 649 cm³ OHV | 1976–1984 | K-301Б |
| Dnepr MT-10.36 | 649 cm³ OHV | 1976–1984 | K-301Д |
| Dnepr MB-650M | 649 cm³ OHV | 1985–1991 | K-301Д |
| Dnepr MT-11 | 649 cm³ OHV | 1984–1995 | K-301Д, K-302, K-63Т |
| Dnepr MT-16 | 649 cm³ OHV | 1985–1995 | K-301Д, K-63Т |
Zündung (Kontaktzündung, kontaktlose und digitale Zündung)
Die Gespanne haben je nach Modell und Baujahr eine Kontaktzündung mit Unterbrecher oder eine kontaktlose elektronische Zündung. Die Kontaktzündung gibt es mit Handverstellung und mit automatischer Verstellung durch Fliehgewichte. Dieser Abschnitt erklärt die Begriffe, die Teilenummern von Unterbrecher und Zündspule und die fünf Typen der elektronischen Zündung.
Begriffe in diesem Abschnitt: Digitale Zündung · Kontaktlose Zündung (BSZ) · Kontaktzündung · Unterbrecher (PM-05, PM-302) · Zündkerze · Zündspule
Digitale Zündung (Mikroprozessor-Zündung)
Im Reparaturhandbuch der neuen Ural 750 heißt das Steuergerät der Zündung „Microprocessor unit“. Gemeint ist die kontaktlose elektronische Zündung der 750er, bei der ein Sensor den Zündzeitpunkt liefert und die Elektronik die Zündspule schaltet. Einen Unterbrecher gibt es nicht mehr. Die Zündung stellt den Zündzeitpunkt automatisch.
Verbaut bei: Ural 750 (8.103, 8.123) mit den Zündungen Typ IV und Typ V. Alle Typen im Überblick unter Kontaktlose Zündung.
Nicht verwechseln: „Digital“ ist keine eigene Zündungsart neben der kontaktlosen Zündung, sondern eine andere Bezeichnung für dieselbe Technik.
Kontaktlose Zündung (BSZ, БСЗ)
Die kontaktlose Zündung ersetzt den Unterbrecher durch einen Sensor und ein Elektronikmodul. Ein Rotor auf der Nockenwelle und ein Sensor liefern das Signal. Die russische Bezeichnung ist БСЗ (lateinisch BSZ oder BC3). Es gibt fünf Typen.
| Typ | Aufbau | Zündspule |
|---|---|---|
| Typ I | Rotor mit zwei Stahlbolzen auf der Nockenwelle, Sensorspule, Steuergerät unter dem Sitz | B-201 oder B-204 |
| Typ II | Kleines C-förmiges Modul unter dem vorderen Motordeckel (Modul 135.3734) | 135.3705 |
| Typ III | Gleiche Bauform wie Typ II, geänderte Platine | 135.3705, später Hochleistungsspule außerhalb des Deckels |
| Typ IV | Hall-Sensor, gestanzter Stahlrotor mit Kerben, Elektronik im vorderen Deckel, Diagnose-LED | Hochleistungsspule unter dem Deckel |
| Typ V | Wie Typ IV, aber in zwei Teile getrennt, Elektronik im Fahrtwind, LED ohne Demontage sichtbar | Hochleistungsspule |
Auf Typ V folgten weitere Systeme, etwa von Ducati und Power Arc. Die Typen II, III, IV und V haben Zündspulen mit 1 bis 2 Ohm Primärwiderstand, Typ I hat 5 Ohm.
Verbaut bei: Typ I bis III an den Ural 650, Typ IV und V an den Ural 750. Die Typen II und III passen auch an die Dnepr.
Nicht verwechseln: Die kontaktlose Zündung passt nicht an die frühen 6-Volt-Modelle mit Handverstellung (Unterbrecher PM-05). Dort fehlt am Nockenwellenende das Gewindeloch für die Rotorschraube. Der Unterbrecher PM-302 (Fliehkraftverstellung) lässt sich dagegen durch die Typen II und III ersetzen.
Kontaktzündung (Unterbrecherzündung, батарейное зажигание)
Bei der Kontaktzündung öffnet ein Unterbrecher mit Kontakten den Stromkreis der Zündspule. Das erzeugt den Zündfunken. Ein Kondensator schützt die Kontakte. Der Abstand der Unterbrecherkontakte beträgt bei Ural und Dnepr 0,4 bis 0,6 mm. Der Zündzeitpunkt wird je nach Unterbrecher von Hand oder automatisch durch Fliehgewichte verstellt.
Verbaut bei: allen Modellen bis zur Ural 650 (8.103, 8.107) und Dnepr MT-16 sowie an der Chang Jiang 750. Welcher Unterbrecher und welche Spule zu welchem Modell gehören, zeigt die Übersicht Elektrik nach Modell.
Nicht verwechseln: „Batteriezündung“ bedeutet bei diesen Modellen, dass die Zündspule aus der Batterie gespeist wird. Ein Magnetzünder ist etwas anderes.
Unterbrecher (Verteiler, прерыватель-распределитель)
Der Unterbrecher sitzt vorn am Motor auf der Nockenwelle. Er unterbricht den Strom der Zündspule und verteilt den Zündfunken auf die Zylinder. Er heißt daher auch Verteiler.
PM-05 (ПМ-05) hat eine Handverstellung des Zündzeitpunkts. PM-302 und PM-302A (ПМ-302, ПМ-302А) verstellen den Zündzeitpunkt automatisch durch Fliehgewichte. Auf dem M-67 steht ПМ-302-У. Daneben gibt es PM-11 und PM-11A für 6-Volt-Modelle.
Verbaut bei: PM-05 an M-72, M-61 und frühen Dnepr, PM-302 und PM-302A an M-63, M-66, M-67, M-67.36, Ural 650 und Dnepr mit 12-Volt-Anlage (siehe Elektrik nach Modell).
Nicht verwechseln: PM-05 und PM-302 haben dieselbe Aufgabe, aber verschiedene Zündspulen. Zur PM-05 gehören KM-01 und B2B, zur PM-302 gehören B-201 und B-204.
Zündkerze (свеча зажигания)
Die Zündkerze der Kontaktzündung heißt А-8У (lateinisch A-8U). Der Elektrodenabstand hängt vom Modell und vom Zündsystem ab:
| Modell / Zündsystem | Kerze | Elektrodenabstand |
|---|---|---|
| Ural 650 (IMZ-8.103-10), Kontaktzündung | – | 0,5–0,65 mm |
| Dnepr-16, Kontaktzündung | A14B | 0,50–0,65 mm |
| Dnepr-16, Kontaktzündung | A17B | 0,60–0,75 mm |
| Ural 750 mit Vergaser (ältere Ausführung) | – | 0,6–0,7 mm |
| Kontaktlose Zündung Typ I | NGK BP7HS | 0,6 mm |
| Kontaktlose Zündung Typ II | NGK BP7HS | 0,8–1,0 mm |
| Neue Ural 750 | NGK BP7HS | – |
Nicht verwechseln: Der Elektrodenabstand hängt vom Modell und vom Zündsystem ab. Der Wert der Kontaktzündung passt nicht zur kontaktlosen Zündung.
Zündspule (катушка зажигания)
Die Zündspule erzeugt aus der Batteriespannung die Hochspannung für den Zündfunken. Jede Zündung hat ihre passende Spule.
| Spule | Kyrillisch | Spannung | Passt zu |
|---|---|---|---|
| KM-01 | КМ-01 | 6 V | Unterbrecher PM-05 |
| B2B | Б2Б | 6 V | Unterbrecher PM-05 |
| B-201 | Б-201 | 6 V | Unterbrecher PM-302 |
| B-204 | Б-204 | 12 V | Unterbrecher PM-302, PM-302A |
| 135.3705 | 135.3705 | – | Kontaktlose Zündung Typ II und III |
Die Spulen der Kontaktzündung haben einen Primärwiderstand von etwa 5 Ohm, die der meisten kontaktlosen Zündungen 1 bis 2 Ohm. Zur Typ-I-Zündung passen B-201 und B-204.
Nicht verwechseln: B-201 ist die 6-Volt-Spule, B-204 die 12-Volt-Spule. Beide sehen sich ähnlich, siehe 6 Volt und 12 Volt.